Der Frankenweg – In 9 Etappen vom Rennsteig zur Schwäbischen Alb

Der Frankenweg führt in 9 Etappen vom Rennsteig bis zur Schwäbischen Alb. Unsere Athletin Carmen Engel ist den gesamten Weg gelaufen:

Der Frankenweg – meine persönliche Herausforderung

„Und des schaffen Sie?“ „Na, da bin ich mal gespannt!“ „Warum macht man sowas?“ „Hut ab, mein Respekt!“ „Starke Leistung!“ „Das ist aber ganz schön weit von Thalmässing!“

Manche dieser Ausrufe begleiteten mich schon während der Planung meines Etappenlaufs von Thüringen, in den Frankenwald, die Fränkische Schweiz, das Altmühltal bis ins schwäbische Städtchen Harburg.

Warum der Frankenweg?

Die Pandemie hatte mir zum Jahresbeginn so manchen Strich durch die Wettkampfplanung gemacht, zu dem war es für mich das Abschlussjahr meiner zweit Ausbildung. Alles in allem gab es eine Menge Dinge, die um meine große Leidenschaft, das Laufen jongliert werden wollten. Die Gefahr in solch stressigen Zeiten ist, das kennen vielleicht einige von Euch, dass das Hobby auf ein Minimum reduziert wird. Um dem entgegenzuwirken musste für mich ein persönliches und erreichbares Ziel gesteckt werden.

Frankenweg als Belohnung

Dieses so oder so ähnlich lautete: Nach meinen bestandenen Prüfungen laufe ich zur Belohnung den Frankenweg in neun Etappen. Gesagt, geplant, gelaufen.

Start war dann am 22.07. da ging mein Zug von Braunschweig nach Blankenstein. Zuvor hatte ich von zu Hause aus ich die Unterkünfte und den Gepäcktransport meiner Etappen organisiert, da mich mein Mann erst ab der sechsten Etappe begleiten konnte. Am nächsten Morgen lief ich nach einem liebevoll zubereiteten Frühstück mit kleinem Gepäck in Richtung Zeyern. Der Frankenweg zeigte schon während seiner ersten Kilometer, was er dem Läufer zeigen möchte – die Weite und Schönheit des Landes. Ein toller Trail führte mich entlang des Höllenbachtals. Die Wege wechselten stets, Trail, Wald- oder Forstwege, mal bergauf, mal bergab. Die Abwechslung ließ die Kilometer der ersten Etappe nur so dahinschmelzen.

Flowige Trails & nächtlicher Hunger – Alltag auf dem Frankenweg

Am Abend gab es dann leckere Forelle mit Kartoffeln und Salat. Morgens um 4 Uhr weckte mich mein hungriger Magen. Um 5:30 Uhr retten mich dann Nüsschen, Schokolade und Hafermilch bis zum Frühstück. Um 9:00 Uhr, nach dem Frühstück und einer sehr netten Unterhaltung starte ich in die zweite Etappe in Richtung Weißmain. Der Weg führte mich in das kleine, sehenswerte Städtchen Kronach. Die Wasserversorgung an diesem Tag, war nicht ganz so einfach. Zum Glück gab es nette Menschen, die mir über ihren Gartenzaun hinweg leckeren Saft und Wasser anboten. Oberhalb von Weißmain verläuft der Weg auf einer eindrucksvollen Hochebene und führt von dort aus hinab ins Bärental.

Diesmal sollte das Abendessen üppiger ausfallen, ein riesiger Berg Nudeln sorgten für eine ruhige Nacht. Die dritte Etappe brachte mich nach Heiligenstadt. Diese Etappe war eine der Aussichtsreichsten. Trails mit Blick auf die Vierzehnheiligen und Kloster Banz. Ein toller Downhill hinab vom Staffelberg. Die vierte Etappe von Heiligenstadt nach Obertrubach, war die Etappe mit dem Sahnehäubchen und ganz vielen Kirschen obendrauf. Unendlich viele, wunderschöne und abwechslungsreiche Trails. Felsentore, Höhlen, Aussichtspavillons, Sinterterassen, die Wiesent und Kletterfelsen. Unendlich schön!

Überraschungen auf dem Frankenweg

Am Abend überraschte mich mein Mama in Obertrubach. Toll, dass es Mamas gibt! Die Versorgung auf den nächsten Etappen war, Dank ihr, gesichert! Am nächsten Morgen lief ich Richtung Egloffstein und weiter nach Engelthal. Dieser Tag forderte mich körperlich, wie auch mental sehr heraus. In der Nacht hatte ich schon schlecht geschlafen, morgens, bis in den Nachmittag hinein rebellierte mein Magen. In Schnaittach rettete mich dann die banale Cola.

Die Trails über den Rothenberg und hinab in Richtung Hersbruck waren ein Genuss. Der folgende Tag war ein Heimspiel. Auf altbekannten Wegen lief ich auf flowigen Trails nach Altdorf und von dort weiter nach Neumarkt. Der Wolfstein bot mir einen atemberaubenden Blick und eine kurze Pause. Mit Espresso, Keksen und Schokolade empfing mich mein Mann in Deining am Bahnhof. Von dort ging es dann weiter nach Thalmässing. Das Altmühltal begrüßte mich mit Weite und vielen anstrengenden Wiesentrails. Der Anteil der flowigen Trails schmolz auf den folgenden Etappen. Ein Wegweiser in Thalmässing wies in Richtung Rennsteig 402 km, nach Harburg waren es „nur“ noch 118 km. Auf gings nach Treuchtlingen und ein Stückchen weiter. Die Nacht verbrachten wir auf dem Campingplatz bei Hechlingen am See. Von dort aus startete ich am nächsten Morgen in die Schlussetappe.

Die letzten Meter

Der Frankenweg führte mich aus dem Altmühltal in die Schwäbische Alb. Er blieb sich treu, immer hoch hinauf, einen kleinen Umweg durch liebliche Dörfer, vorbei an Kirsch- und Zwetschgenbäumen. Hm, lecker! Am Abend erreichte ich das schwäbische Städtchen Harburg mit seiner imposanten Burganlage und schönen Altstadt. Auf dem letzten Trailabschnitt begrüßten mich jubelnd sehr gute Freunde von uns und mein Mann.

Wow, das Ziel war erreicht, ich hab es geschafft, unglaublich und genial.

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